Bienengesundheit – Bienenkrankheiten

Das Thema Bienengesundheit beginnt bereits bei der Hygiene am Bienenstand. Es geht hierbei nicht nur um die allgemeine Ordnung und Sauberkeit am Bienenstand, was für jeden Imker selbstverständlich sein sollte,
Rähmchen gereinigt, Bienenkrankheiten sondern auch um die ständige Erneuerung von Waben, Rähmchen und Beuten.  Magazine mit Gitterboden und Windeleinschub lassen über die Gemülldiagnose aktuelle Rückschlüsse auf die Belastung mit Varroen im Bienenvolk zu. Nur so ist es möglich, rechtzeitig zu reagieren und vor dem Erreichen der Schadweschelle einzugreifen und durch eine wirksame Behandlung zum  Beispiel mit organischen Säuren, welche über den Tierarzt oder den Imkerverein bezogen werden können, größeren Schaden am Bienenvolk zu vermeiden.

Varroamilbe

Bereits diese einleitenden Worte zur Bienengesundheit zeigen: die größte Bedrohung der Völker ist immer noch die Varroamilbe. Sie hat in den letzten Jahren zu dem Verlust zahlreicher Bienenvölker geführt.
Ist die Tracht gegen Mitte bis Ende Juli vorbei, gibt es keinen Grund, länger mit der Behandlung zu warten, denn bei rückläufiger Volksstärke steigt auch der Varroadruck im Volk. Nach einer ersten Einfütterung, sollte in Abhängigkeit der Witterung mit der Behandlung begonnen werden.Varroamilbe, Befall,  Bienenkrakheit,
Die Behandlung beginnt mit dem Einschieben der Windelunterlage. Auf Grund des natürlichen Totenfalls der Milbe, welcher durch Auszählen zu ermitteln ist, kann die tatsächliche noch verbleibende Milbenbelastung im Bienenvolk festgestellt werden, so sind geeignete Maßnahmen  zur Reduzierung der Milbenpopulation unter der Schadschwelle möglich. Nach 11 Tagen ist eine Kontrolle des Behandlungserfolges mittels einer weiteren Windeleinlage notwendig. Auf Grund des dann wieder einsetzenden natürlichen Totenfalls der Milbe sind durch den Vergleich zwischen dem Totenfall vor der Behandlung und nach der Behandlung Rückschlüsse auf die Wirksamkeit und somit auf den Behandlungserfolg möglich. So behandelte und kontrollierte Völker haben gute Voraussetzungen, den langen Winter zu überstehen.

Die genaue Vorgehensweise sowie die Details zu der angesprochenen Methode und vieles mehr entnehmen Sie bitte der ausführlichen Broschüre „Varroa unter Kontrolle

Nosematose

Die Nosematose, auch Frühjahrskrankeit, ist eine ansteckende Darmerkrankung der Honigbienen. Erreger sind Nosemasporen (6-3 µmm),  ein einzelliger Parasit, welcher in jedem Bienenvolk vorhanden ist. Beim Zusammenkommen verschiedener ungünstiger Faktoren kommt es zu einer massiven Vermehrung der Erreger  in der Darmwand der Bienen. Im Frühjahr tritt die Krankheit hauptsächlich nach lang anhaltenden Schlechtwetterperioden auf. Das Krankheitsbild zeig sich mit Bienenkot an und in den Beuten und auf den Waben.  Auf dem Flugbrett findet man braune Kotflecken und der davor zu Klumpen zusammengezogenen Bienen. Starker Totenfall. Die Auslösefaktoren für diese Erkrankung können sehr vielfältig sein. Sie reichen von schlechte Pollenversorgung, falscher Standort (zu feucht, ungeeignete Aufstellung, keine Pollenträger). Häufige Störungen der Völker, besonders im Frühjahr. Ursachen zur Verbreitung des Parasiten sind durch verschmutzte Bienentränken, durch Räuberei der Bienen, durch Verflug.
Auch durch Fehler des Imkers kann diese Krankheit auftreten: So z.B. durch verschmutzte Gerätschaften, Umhängen von verschmutzten Waben, Vereinigung von kranken mit gesunden Völkern. Diese Bienenkrankheit ist durch einige vorbeugende Hygienemaßnahmen zu bekämpfen, so sollte der richtige Standort für die Aufstellung der Bienenvölker gewählt werden (nicht zu zugig, nicht feucht, ausreichende Pollen- und Nektarversorgung muss gewährleistet sein). Nur starke Völker mit genügend Pollen und Futter einwintern. Keine Störung der Winterruhe und natürlich immer auf Sauberkeit achten.

Weiterführende praktische Hinweise, welche jahrelange Erfahrung wiederspiegeln sind über den Imkerverein möglich.

Kalkbrut

Als Kalkbrut wird der Befall des Bienenvolkes mit einem Kalkbrut im Bienenvolk, BienenkrankheitSchimmelpilz bezeichnet. Dieser spezielle Schimmelpilz ist in so gut wie jedem Bienenvolk vorhanden, doch nicht immer bricht er aus. Einige bestimmte Voraussetzungen unterstützen jedoch dessen Entwicklung. Vor allem Umwelteinflüsse, wie Feuchtigkeit, sind die Ursache. Diese Erkrankung lässt sich recht schnell erkennen, denn die Bienen entfernen betroffene Maden aus ihren Zellen und entfernen diese aus dem Volk. Finden Sie mehrere weiße Maden vor dem Bienenstock, ist ein Befall sehr wahrscheinlich. Der Schimmelpilz wird über Sporen übertragen. Diese Sporen legen sich auf die Maden und keimen dort aus. Die Folge ist, dass die Maden eingesponnen werden und so verenden.
Daher kommt auch der Name, weil die Maden mumifiziert werden und in ihrem Aussehen dann an Kalk erinnern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Volk von der Kalkbrut zu befreien. Stellen Sie kranke Maden vor dem Flugloch fest so sind diese einzusammeln und zu verbrennen. Überprüfen Sie auch ob sich in den Waben noch befallene Maden befinden, und entfernen Sie diese. Zudem sollten Sie die befallenen Waben einschmelzen. Ist der Standort nicht ideal, setzen Sie das Volk um. Suchen Sie nach den Ursachen ob es dort möglicherweise zu feucht oder auch zu warm ist. Häufig ist einfach auch ein zu schwach ausgeprägter Reinigungstrieb der Bienen der Grund für einen Befall.

Amerikanische Faulbrut

Was ist Amerikanische Faulbrut (PDF-Datei als Anlage)?
Die Amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Brut der betroffenen Bienenvölker befällt. Die Brut stirbt größtenteils ab, was zur Folge hat, das die Zahl der Bienen in dem Volk immer geringer wird und das Volk schlussendlich nicht mehr die notwendige Stärke aufweist, um zu überwintern.
Die Krankheit ist für den Menschen ungefährlich, der Honig kann ohne jede Einschränkung auch weiterhin verzehrt werden.
Die amerikanische Faulbrut gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Der zuständige Veterinärdienst leitet zusammen mit dem Bienenseuchen-Sachverständigen der Imkervereine entsprechende Untersuchungen ein. Der betroffene Bienenstand muss gesperrt werden und es wird ein Sperrbezirk eingerichtet werden. Im Sperrbezirk sind alle Bienenvölker und Bienenstände auf Amerikanische Faulbrut zu untersuchen und bewegliche Bienenstände und Bienenvölker dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.  Außerdem dürfen Imker mit ihren Bienen nicht in den Sperrbezirk einwandern. Der zuständige Veterinärdienst weist Maßnahmen zur Sanierung der betroffenen Völker an. Die getroffenen Maßnahmen sind erst dann aufzuheben, wenn durch zwei klinische Untersuchungen der restlichen Bienenvölker im betroffenen Bestand wie auch im Sperrbezirk keine Anzeichen für Faulbrut mehr festgestellt werden. Diese Untersuchungen werden in der Regel durch die Untersuchung einer Futterkranzprobe vorgenommen.

Informieren sie sich bei der Thüringer Tierseuchenkasse

Literatur erhältlich bei Wolfgang Ritter oder im Buchhandel, „Bienen gesund erhalten“ Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln (24,90 € ), ritter@bienengesundheit.de

 

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